Unsere
Blicke haben sich getroffen, als sie meinen Korridor entlangging und in die Zwinger
schaute. Ich spürte ihre Not sofort und wusste, dass ich ihr helfen musste.
Ich wedelte
mit dem Schwanz, nicht zu stark, damit sie sich nicht
fürchten würde. Als sie an meinem Zwinger
stehen blieb, habe ich ihr den Blick nach hinten versperrt, damit
sie das kleine Missgeschick, das mir passiert war, nicht sehen
würde. Ich wollte nicht, dass sie erfährt, dass ich heute nicht
ausgeführt worden bin. Manchmal haben die Leute hier
so viel
zu tun, und ich wollte nicht, dass sie einen schlechten Eindruck von ihnen bekäme. Als sie die Karte mit
meiner Beschreibung las, habe ich gehofft, dass meine Vergangenheit sie
nicht traurig machen würde. Ich kann nur nach vorne schauen und
möchte jemandem etwas bedeuten. Sie beugte sich zu mir
herunter und machte leise Kussgeräusche. Ich drückte meine
Schulter und meinen Kopf gegen die Gitterstäbe, um sie zu beruhigen. Sanfte
Fingerspitzen streichelten meinen Nacken, sie hat die Gesellschaft dringend
gebraucht. Eine
Träne lief ihr über die Wange und ich hob meine
Pfote, um ihr zu versichern, dass alles
gut werden würde. Kurz darauf
öffnete
sich meine Zwingertür und ihr Lächeln strahlte mich so an, dass ich
sofort in ihre Arme gesprungen bin. Ich versprach ihr,
dass
sie bei mir in Sicherheit wäre. Ich versprach ihr, sie
immer zu begleiten. Ich versprach, alles
dafür zu tun, dass ich ihr strahlendes Lächeln und das Glitzern in ihren
Augen sehen würde. Ich
hatte solches Glück, dass sie ausgerechnet meinen Korridor entlanggegangen ist. So viele andere sind da
draußen, die noch
nicht diese Korridore entlanggegangen sind. So viele, die noch
gerettet werden müssen. Wenigstens konnte ich
einen von ihnen retten.
Ich
habe heute einen Menschen gerettet.
AN MEIN GELIEBTES HERRCHEN.....
Am Morgen bist Du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer
gepackt. Du nahmst meine Leine, was war ich glücklich! Noch
ein kleiner gemeinsamer Spaziergang vor dem Urlaub - Hurra! Wir fuhren
mit dem Wagen und Du hast am Straßenrand angehalten. Die
Tür ging auf und Du hast einen Stock geworfen. Ich lief und
lief, bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen
hatte, um in zu Dir wie immer brav zurückzubringen. Als ich
zurückkam, warst Du nicht mehr da! In Panik bin ich in alle
Richtungen gelaufen, um Dich zu finden, aber vergebens. Ich lief Tag
für Tag um Dich zu finden und wurde immer schwächer.
Ich hatte Angst und großen Hunger. Ein fremder Mann kam,
legte mir ein Halsband um und nahm mich mit. Bald befand ich mich in
einem Käfig und wartete dort auf Deine Rückkehr. Aber
Du bist nicht gekommen.
Dann wurde der Käfig
geöffnet. Nein, Du warst es nicht. Es war der Mann, der mich
hier gebracht hatte. Er brachte mich in einen Raum es roch nach Tod! Meine Stunde war
gekommen. Geliebtes Herrchen, ich will, dass Du weißt, dass
ich trotz des Leidens, dass Du mir angetan hast, mich noch stets an
Dein Bild erinnere, und falls ich noch einmal auf die Erde
zurückkommen könnte- ich würde auf Dich
zulaufen, denn ICH HATTE DICH LIEB!
Gott
wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn sie der Hilfe
bedürfen. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches
Recht auf Schutz. Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie
wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle
Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also
sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen
Schöpfers - unsere Brüder.
10
Bitten eines Hundes
an den Menschen
Mein Leben dauert 10 bis
15
Jahre. Jede
Trennung von Dir wird für mich Leiden bedeuten. Bedenke es,
ehe Du mich anschaffst.
Gib
mir Zeit zu verstehen, was
Du von mir
verlangst.
Setz'
Vertrauen in mich - ich lebe davon.
Zürne
mir nie lange und
sperre mich
zur Strafe nicht ein. Du hast Deine Arbeit, Dein Vergnügen und
Deine Freunde - ich habe nur Dich.
Sprich
mit mir. Wenn ich auch
Deine Worte
nicht verstehe, so höre ich doch in deiner Stimme, was du
meinst.
Wisse,
wie immer an mir
gehandelt wird - ich
vergesse es nie.
Bedenke,
ehe Du mich schlägst,
daß meine Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchel in
Deiner Hand zerquetschen könnten, daß ich es aber
nie tun werde..
Ehe Du mich bei der Arbeit
"unwillig"
schiltst, "bockig" oder "faul", bedenke: vielleicht plagt mich
ungeeignetes Futter, vielleicht war ich zu lange der Sonne ausgesetzt
oder habe ich ein verbrauchtes Herz.
Kümmere Dich um mich,
wenn ich alt
werde - auch Du wirst einmal alt sein.
Gehe jeden schweren Gang mit
mir. Sag nie:
"Ich kann sowas nicht sehen" oder "es soll in meiner Abwesenheit
geschehen"
Alles ist
leichter für mich mit Dir!
Fremder Mann
Schweigend
steh ich da, erschüttert, vor
den Boxen, engmaschig vergittert. Ein
alter Hund mit weißem Bart, die
Flanken eingefallen, dünn behaart, schaut
mich mit leeren Augen an: "Du
hilfst mir auch nicht, fremder Mann! Spar
dir dein trauriges Gesicht, dein
Mitleid, nein, das brauch' ich nicht! Geh
endlich weiter, fremder Mann, denn
du erinnerst mich daran, dass
alle Liebe, die ich hab, umsonst
ich einem Menschen gab! Doch
wenn er käm', holt' mich nach Haus, wie anders säh'
die Welt dann aus! Mein ganzes Herz
wär' wieder sein - warum nur ließ
er mich allein? Geh'
endlich weiter, fremder Mann, denn
du erinnerst mich daran, daß
alles hätte ich gegeben, für
deinen Bruder - selbst mein Leben! Spar
dir dein trauriges Gesicht, dein
Mitleid, nein, das brauch' ich nicht. Geh
weiter - oder wag' den Schritt, hab'
Erbarmen - nimm mich mit!"
Liebes Herrchen
,tröste Dich
Liebes
Herrchen
,tröste
dich,
ich weiß,wie sehr du liebtest mich,
und auch mein Herz schlug nur für dich,
ich nie von deiner Seite wich.
Verband uns traute Zweisamkeit,
und liebten wir es rauszugehn,
des abends die Geruhsamkeit,
ließ manche Sorge schnell vergehn.
Kann dich nun nicht mehr begleiten,
so wird mein Geist dich doch geleiten,
meine Nase kennt jede Wiese,
jeden Windzug,welcher blies.
Wirst an altbekannten Stellen
auch erinnert sein ans Bellen,
wenn du andere Hunde siehst
und vor deinen Tränen fliehst.
Doch so soll dich trösten eins :
Du
warst mein Licht des Sonnenscheins, gabst
Futter mir und
auch ein Dach, dafür
hielt ich dir treu die Wacht. Nie
verlorn geht diese Liebe, unerfüllt
sie doch erst bliebe, wenn
einander nicht gedacht, Erinnerung
nicht in uns wacht. Drum
gedenke meiner immer , sonst
der Schmerz wird sein noch schlimmer. Schließ
mich
in dein Herz
fest ein, dann
werd ich ewig bei dir sein. Sind
Tränen reich geflossen, denk
auch an meine Artgenossen. Mancher
sitzt gar wie in Trance im
Zwinger, hoffend auf die Chance, welch
du bereit wärst, ihm zu geben und
erneut zu zweit zu leben. Reich
erfüllt von Stolz und Mut tät
nun ein neues Tier dir gut.
Grundrechte
des Hundes
1.
Wir haben das Recht, vollwertige Mitglieder der Familie zu sein.
Wir gedeihen durch soziales Miteinander, Lob und Liebe...
2.Wir haben das Recht auf
Beschäftigung.
Wir brauchen neue Spiele, Spielzeug, Erfahrungen und neue
Gerüche, um uns wohlzufühlen...
3.Wir haben das Recht auf
regelmäßiges Training.
Bekommen wir es nicht, werden wir überdreht, träge
oder einfach fett...
4.Wir haben das Recht,
Spaß zu
haben.
Wir haben Freude daran, uns ab und zu wie Clowns zu benehmen, und unser
Verhalten wird nicht immer vorhersehbar sein...
5.Wir haben das Recht auf die
Kontrolle
unserer Gesundheit.
Bringt uns nicht erst zu unserem Tierarzt, wenn wir offensichtlich
leiden ...
6.Wir haben das Recht auf eine
artgerechte
Fütterung.
Wir sind von euch abhängig, weil wir wie manche Menschen nicht
wissen, was gut für uns ist...
7.Wir haben das Recht, nicht
deshalb
abgelehnt zu werden,
weil wir euren Erwartungen als
Ausstellungssieger, Wachhund, Jäger oder Babysitter nicht
entsprechen konnten...
8.Wir haben das Recht auf eine
gute
Erziehung.
Sonst würde Verwirrung und Konfrontation unser
Verhältnis zu euch stören und wir könnten
für uns und andere gefährlich werden...
9.Wir haben das Recht auf
Anleitung und
Korrektur,
mit Verständnis und
Einfühlungsvermögen, nicht durch
Mißbrauch...
10.Wir haben das Recht, in
Würde zu
leben
und in Würde zu sterben, wenn die Zeit dazu
gekommen ist...
Ein
verlorenes Leben
Zum
Leben wurde ich einst geboren, dem
Tode bin ich nun erkoren. Sitz
hier allein, mein Leben lang, nur
Langeweile, tagelang. Der
Zwinger ist sehr klein und eng, lang
nicht geputzt, es riecht sehr streng. Bin
alt, mein Fell ist nicht mehr weich und schön, lästig
bin ich, muß nun gehen. Sie
haben mich hierher gebracht dereinst,
im Schutze einer Nacht. "Tierheim"
stand dort an der Tür, Für
jedes unerwünschte Tier? Ich
sehn' mich sehr nach einer Hand doch
niemand hier Erbarmen fand mit
einer Kreatur wie mir. Der
Tierarzt kommt, so sagen sie, "erlöst"
dann dieses Hundevieh. Ich
fürchte mich vor der ewigen Nacht hätt'
manchem Freude gern gebracht. So
sterb ich nun,
das Gift wirkt schnell und
hoffe: es wird wieder hell dereinst in einer
bessren Welt
.
An
Dich, mein Mensch!
Ich
bin's, Dein Hund.
Ich bin´s, den ihr alle so süss gefunden habt!
Ich bin´s, der kleine Fellknäuel, den ihr damals,
klein und putzig, ins Herz geschlossen habt!
Ich bin´s der niemanden etwas zu Leide tun würde!
Ich bin's, Dein Hund.Ich bin´s Dein Hund, der Dich
für immer
begleitet
hätte, und der Dir, Mensch, die Treue geschworen hat! Ich
bin´s doch, Dein bester Freund.Ich bin's, Dein Hund. Ich bin
jetzt groß und kräftig, habe einen seltsame
Nase, schneeweißes Fell und kleine traurige Augen. Ich
bin´s, der beschimpft und gejagt wird! Ich bin´s,
der
für die Fehler der Menschen
verantwortlich gemacht wird!Ich bin´s doch, dein Hund.Ich
wollte
ja mit den anderen Hunden spielen, aber DU, MENSCH, hast es
mir
verboten. Ich wäre so gerne spazieren gegangen, aber DU,
MENSCH,
hattest nie die Zeit dazu.Ich mochte die Kinder so gern, aber DU,
MENSCH, hast ihnen verboten, mit mir zu spielen. Ich wollte mir die
Welt ansehen,aber DU, MENSCH, dachtest, es sei nicht nötig.Ich
bin´s, Mensch, der jetzt im Tierheim sitzt und auf sein
Schicksal wartet.Ich bin´s, Mensch, der nicht mit anderen
Hunden
klarkommt.Ich bin´s, Mensch, der Angst vor Kindern hat.Ich
bin´s, Mensch, der sich in fremden Umgebungen
fürchtet.